Kindliche Rhesus D Genotyp (RhD) Bestimmung im Blut von schwangeren RhD-negativen Frauen

Klinik: Rhesus-Inkompatibilität und Rhesusprophylaxe

Die Kenntnis des kindlichen (fetalen) Rhesusfaktors ist für das klinische Management bei einer RhD negativen Schwangeren mit einem RhD positiven heterozygoten Partner wichtig. Da die RhD-negative Schwangere Antikörper gegen die Rhesus D Oberflächenantigene des Kindes entwickelt, muss sie spätestens nach Geburt des ersten Kindes mit einem ANTI-Antikörper geimpft werden. Ansonsten zerstören die weiter zirkulierenden Antikörper der Mutter gegen Rhesus D die roten Blutkörperchen des nächsten Kindes, falls es Rhesus D positiv ist. Diese Anti-D Prophylaxe ist an sich gut etabliert, aber auch relativ teuer und hat gewisse Risiken (Antikörper werden aus Blutspenden gewonnen und könnten mit Krankheitserregern der Spender verunreinigt sein).
Vor einiger Zeit wurde entdeckt, dass kindliche DNA im Blut der Mutter zirkuliert und mit sehr empfindlichen Methoden der Rhesusgenotyp an dieser DNA nachgewiesen werden kann. Dafür braucht es nur eine einfache Blutentnahme bei der Mutter, die regelmässig während einer Schwangerschaft sowieso erfolgt. Da die Behandlung der Mutter bei einem Rhesus-negativen Kind nicht notwendig wäre, ist die Bestimmung der Rhesus-Blutgruppe des werdenden Kindes vor einer allfälligen Prophylaxe sinnvoll. Die Bestimmung kann frühestens ab der 11. Schwangerschaftswoch mit hoher Zuverlässigkeit erfolgen.

Analyse: Rhesus D Bestimmung

Methode:

Realtime-PCR

Untersuchungsmaterial:

  • Nicht-invasiv im Blut von Rhesus D negativen Schwangeren: EDTA-Blut minimal 5 ml
  • Falls invasive Pränataldiagnostik: Chorionbiopsie oder Fruchtwasser

Dauer:

1 Woche

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